Wer frisst wen in Hollywood?

MGM: Große Tradition, noch größerer Schuldenberg Löwen unter sich: Kanadische Lions Gate will sich das Traditionsstudio MGM krallen Los Angeles/Vancouver – Hollywood steht vor einem großen Umbruch: Obwohl Spyglass-Bosse Gary Barber and Roger Birnbaum bereits die Führung des schwer angeschlagenen Traditionsstudios MGM übernommen hat, greift seit gestern auch die kanadische Medienfirma Lionsgate nach Metro-Goldwyn-Mayer. Lions Gate unterbreitete Metro-Goldwyn-Mayer den Vorschlag, zusammenzugehen. Würde der Plan umgesetzt, entstünde ein neues Hollywood-Schwergewicht. MGM ächzt unter einer Schuldenlast von […]
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MGM: Große Tradition, noch größerer Schuldenberg

Löwen unter sich: Kanadische Lions Gate will sich das Traditionsstudio MGM krallen

Los Angeles/Vancouver – Hollywood steht vor einem großen Umbruch: Obwohl Spyglass-Bosse Gary Barber and Roger Birnbaum bereits die Führung des schwer angeschlagenen Traditionsstudios MGM übernommen hat, greift seit gestern auch die kanadische Medienfirma Lionsgate nach Metro-Goldwyn-Mayer. Lions Gate unterbreitete Metro-Goldwyn-Mayer den Vorschlag, zusammenzugehen. Würde der Plan umgesetzt, entstünde ein neues Hollywood-Schwergewicht.

MGM ächzt unter einer Schuldenlast von umgerechnet 2,89 Milliarden Euro und sucht seit Monaten nach einer Möglichkeit, diese Bürde loszuwerden und gleichzeitig zu überleben. Als wahrscheinlichste Lösung gilt, dass die Gläubiger – größtenteils Hedgefonds – die Macht übernehmen. Auch über einen Verkauf wird immer wieder spekuliert. Zuletzt fiel der Name eines indischen Mischkonzerns.

Löwen-Hochzeit mit Folgen

Ein Zusammenschluss mit Lions Gate hat allerdings einen mächtigen Fürsprecher: den US-Milliardär Carl Icahn. Er besitzt nicht nur etwa ein Drittel an der börsennotierten Lions Gate Entertainment, sondern hat sich nach eigenen Angaben auch einen merklichen Teil der MGM-Schulden gesichert. Icahn stehe hinter den Fusionsplänen, ließ Lions Gate wissen.

Sollte das Unterfangen gelingen, würden am Ende die Aktionäre von Lions Gate und die Gläubiger von MGM die Kontrolle über die neue Hollywood-Größe haben. Aus dem Hause MGM stammen unter anderen die „James Bond“-Filme. Der 23. Teil verzögert sich wegen des Überlebenskampfs immer weiter. Lions Gate feierte Erfolge etwa mit dem Action-Film „The Expendables“ mit Sylvester Stallone.

Seit Monaten ringen Größen aus dem Filmgeschäft um die Zukunft von MGM. Das Studio gehört eigentlich einer Gruppe von Finanzinvestoren und Medienunternehmen, darunter der japanische Elektronikkonzern Sony und der Kabelanbieter Comcast. Sie hatten MGM 2005 für 5 Milliarden Dollar übernommen. Wie bei solchen Geschäften üblich, bürdeten sie dem Zukauf den Großteil der Schulden auf.

Enorme Backlist

Was MGM interessant macht, ist Hollywoods größte Filmsammlung mit mehr als 4.000 Titeln, darunter Klassiker wie „Rocky“ oder „Manche mögen’s heiß“. Neue Filme produzierte MGM zuletzt nur noch wenige im Jahr. (APA)

Quelle: derstandard.at

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