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Öffentliches Outing – ich bin eine Transsexuelle Frau!

Mein öffentliches Outing, ich bin Transsexuell, lebe also im falschen Körper und fühle mich dem anderen Geschlecht viel mehr zugehörig als meinen aktuellen rechtlichen und biologischen Geschlecht. Da ich seit Mai/Juni 2017 Klarheit über meine Geschlechtsidentität endlich errungen konnte und mein Druck immer größer wurde, einfach nur sein eigenes gewünschtes Leben führen zu wollen, will ich mich nicht nur weiblich anziehen, stylen und wirken, sondern nun auch bei meinem Vornamen und im Alltag offiziell als […]
transsexuell Entwicklung
 Etwas Privates  

Mein öffentliches Outing, ich bin Transsexuell, lebe also im falschen Körper und fühle mich dem anderen Geschlecht viel mehr zugehörig als meinen aktuellen rechtlichen und biologischen Geschlecht. Da ich seit Mai/Juni 2017 Klarheit über meine Geschlechtsidentität endlich errungen konnte und mein Druck immer größer wurde, einfach nur sein eigenes gewünschtes Leben führen zu wollen, will ich mich nicht nur weiblich anziehen, stylen und wirken, sondern nun auch bei meinem Vornamen und im Alltag offiziell als Frau/Transfrau auftreten. Ich habe mich am 27. Oktober mein Facebook-Profil den weiblichen Vornamen Emily-Rose eingestellt und mich am 28. Oktober als transsexuelle Frau auf Facebook geoutet, nun wissen alle meine Freunde, Bekannte und Kontakte, wieso ich mich wie eine Frau seit knapp einem Jahr anziehe und style. Seitdem sind einige Wochen vergangen, wo ich nun überall als transsexuelle Frau lebe und möchte mein öffentliches Outing auch auf meinen Blog wortgleich veröffentlichen.

Ich weiß, einige werden jetzt erst mal – sagen wir mal – verdutzt sein oder kommen mit dieser Situation nicht klar, weil das Thema Transsexuell – manche sagen auch Transgender, fachlich in Deutschland aber der falsche Begriff – nichts anfangen können. Denen Leuten, die damit nicht klar kommen, weil sie allgemein was gegen Andersdenkende, Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Intersexuelle usw. haben, denen sage ich schon jetzt, es wäre besser mit mir den Kontakt jetzt zu beenden und mich in Ruhe zu lassen, ich werde Intoleranz nicht nur deshalb als Betroffener mit aller Kraft ablehnen, sondern auch wegen meiner Überzeugung für eine liberale Gesellschaft in aller Hinsicht. Keine Sorge ich werde jetzt nicht mit Politik kommen. xD

Einige oder wahrscheinlich die meisten werden sich jetzt fragen »wieso erst jetzt, wo er schon ungefähr 25 Jahre alt ist und wieso habe ich damals nichts erkannt, was darauf hingedeutet hätte«. Die Antwort darauf ist auch ein meine Erklärung für meine aktuelle gesundheitliche Probleme und geht tief in meine Jugend zurück, letzteres wird am Ende ausgelöst.

Angefangen hat der ganze Entwicklungsprozess meiner Erkenntnis – ich bin Transsexuell – durch eine leichte Depression, die ich von Ende 2015 bis Ende 2016 hatte und ausgelöst wurde durch eine berufliche Überforderung von meinem Buchverlag, mein eigenes Leben nicht richtig auslebe und mein Handeln teilweise beeinflusst habe, was andere von mir erwartet haben. Die letzten zwei Dinge sind mir während der Depression auch aufgefallen und habe dann angefangen an mich zu denken. Zum einem wenn es um den Wohnort geht – liebe die Voralpenlandschaft Westallgäu und die Sicht und das Erlebnis der Alpen – und meine feminine Seite auszuleben, die ich Ende 2015 wieder entdeckt habe.

Schon mit 14 (2004) hatte ich z. B. unbewusst gerne Damen-Jeans gekauft und am Anfang auch sehr gerne getragen, aber als ich merkte, dass ich Damen-Jeans gekauft habe und sowas ein Junge nicht anziehen soll – nach allgemeiner Meinung der anderen Leute -, habe ich damit aufgehört. Aber eins habe ich nie wegbekommen, sehr auf die Bekleidung und Schuhe zu achten und schon damals war die Männerabteilung manchmal einfach hässlich.

Als Erstes habe ich ab Dezember 2015 angefangen in fremden Städten mich feminin anzuziehen und zu stylen, da musste mir keine Sorge um mögliche bekannte Leute machen. Für mich war es immer toll das zu machen. Somit habe ich ab März 2016 angefangen auch in meiner Gegend im Alltag gewisse weibliche Bekleidungsteile anzuziehen und meine Haare wachsen zu lassen. Als Erstes habe ich mit engen Damenjeans, Damensneakers, Damenpullover und Damenjacken angefangen, sowie nach kurzer Zeit auch mit Damenshirts. So um Mai 2017 war mir auch langsam klar gewesen, dass ich Transsexuell bin. Ab da habe ich auch angefangen nicht mehr darüber zu denken, was andere Denken und habe mich auch immer gefreut, wenn so Kommentare wie »du siehst von hinten wie eine Frau aus« kamen, da wurde mir klar, dass ich nun soweit bin, also als Frau leben will und ich hatte nach einem Jahr meine Haare das erste Mal wieder schneiden lassen und habe bewusst nur Frauenfrisuren gezeigt. Ab dann habe ich ohne nachzudenken Damenlingshirts, Keilpumps – ich liebe diese Schuhe neben den Ballerina -, Pumps und Ballerina angezogen. Seitdem achte ich auch immer darauf so gut wie möglich feminin auszusehen.

Leider geht dies in einem Punkt nicht so wie ich es will. Und für normale Männer wäre das kein Problem, aber für mich wäre es schlimmer, als mein männliches Geschlechtsteil zu verlieren. Es geht dabei um die schlimme Körperbehaarung, meinen schnellen Bartwuchs und mein leichter Haarausfall. Einzig sexuell hatte ich nie Probleme als Mann. Aber dafür will ich nicht leiden, denn sexuelles betrachte ich nur als Spaß und den Kinderwunsch kann man auch per Samenspende absichern lassen – denn für mich ist eine spätere eigene Familie sehr wichtig -. Denn ich merkte in den letzten 2 Jahren, wie mein Körper immer männlicher wurde und ich damit gar nicht klar komme. Und in dieser Zeit habe ich manche Frauen in der Öffentlichkeit nur bewundert, nicht wegen Liebe oder sexuelles – grins -, sondern weil optisch und körperlich genauso aussehen wollte. In dieser Zeit habe ich auch viel über das Thema Transsexuell nachgedacht. Das erste Mal fragte ich mich ob ich Transsexuell bin im Dezember 2015, da kam ich auf Androgyn (männlich/weiblich in einem), im Herbst 2016 zum zweiten Mal, wo ich mich vielleicht Transsexuell sah und zuletzt im Mai/Juni 2017, wo mir ja dann klar war, ich will als Frau leben.

Meine Salamitaktik vom Dezember 2015 hatte somit Erfolg. Indem ich mich immer mehr körperlich und stylisch feminisiert habe, wurde die Unsicherheit durch Klarheit ersetzt und geht es mir in dieser Hinsicht viel besser.

Heute kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen zurückzugehen. Meine männliche Züge hasse ich. Als Erstes werde ich zu mindestens meinen Bart im Frühling für immer weg machen lassen, wenn es finanziell geht auch ein Teil der Körperbehaarung beim Bauch und bei der Brust, damit ich schöne Kleider und Tops mit BH´s tragen kann, denn leider reagiert meine empfindliche Haut nicht gut auf das regelmäßige rasieren, ich sage nur Rasierpickel. Und ich freue mich schon, wenn ich 2018/19 schöne schulterlange Haare erreichen werde und ab ungefähr Sommer 2018 weibliche Hormone zu mir nehme, um dann einen richtigen weiblichen Körper zu erreichen, rechne aber mit wenig Brustwachstum, weshalb ich durch eine Brust-OP meine Traumgröße Cup B oder C erreichen will und am Ende um 2019 auch rechtlich spätestens eine Frau sein werde.

Nur eins bereue ich, dass ich in meiner Jugend nicht das gelebt habe, was tief in mir steckte und ich erst jetzt mein eigenes Leben lebe. Dafür werde ich jetzt anfangen.

An zwei Leute muss ich mich groß bedanken. Meiner jungen Nachbarin, die mir beim letzten Schritt meiner Erkenntnis unbewusst sehr geholfen hat und die Freundin, die ich schon seit meiner Jugend kenne, die mir immer zur Seite stand und mir immer hilft.

Ich bedanke mich auch bei meinen wichtigen Freunden und Kontakten, die mir dabei geholfen haben diesen Weg einzuschlagen, auf mein Outing positiv reagiert haben und für all ihre Unterstützung.

Ich würde mich natürlich freuen, wenn andere Leute – die nun mein Outing das erste Mal lesen – auch mich unterstützen würden. Denn ich habe ein starkes Verlangen als Emily-Rose wieder unter Leute zu kommen und somit SEIN LEBEN leben zu können, denn alleine macht es nicht so zu viel Spaß und Styling, kleiden und shoppen macht ja mit mehren Leuten mehr Spaß. 😉

Übrigens poste ich seit Dezember 2016 meine feminine Outfits auf Instagram (EmilyRoseFrankT). Da kann man mehr Bilder von meiner Entwicklung bewundern und hier eine Collage meiner Entwicklung.

Was ist Transsexualität? Wer transsexuell ist, hat das Gefühl, im falschen Körper zu leben. Das biologische Geschlecht ist also ein anderes, als das empfundene oder gewünschte Geschlecht. Ein guter TV-Film über das Thema, den habe ich schon im April 2015 geschaut:

Wieso Emily-Rose? Passt gut zu mir. Amerikanisch und Emily bedeutet, sie ist impulsiv, selbstbewusst und dynamisch oder auch die Eifrige. Rose halt die Rose und optisch passt es, hoffentlich auch in vielen späteren Jahren auch noch. xD